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Impfungen und Reisen

Auf Reisen sollte folgender Impfschutz bestehen:

 

Minimal:

Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Masern, Polio

 

weitere Empfehlung:

Hepatitis B, Hepatitis A, in Risikogebieten auch FSME (durch Zecken übertragene Früh-Sommer-Hirnhautentzündung)

 

je nach Reiseziel:

Typhus, Gelbfieber. Prophylaxe gegen Malaria oder Reserve Medikament gegen Malaria (keine Impfung)

 

seltener je nach Reiseziel und bei längerer Aufenthaltsdauer: Jap. Enzephalitis, Tollwut

 

Einzelheiten abhängig von Ihrem individuellem Reiseziel erfahren Sie über folgende externe Links:        www.safetravel.ch oder www.osir.ch

 

 

Vor der Reise:

Bringen Sie vor einer Reise einfach Ihren Impfausweis, wir klären mit Ihnen, was ggf. zu impfen wäre. Wenn Sie keinen Impfausweis mehr besitzen, klären wir in einem Gespräch, was nachzuimpfen ist. Wir stellen Ihnen auch einen neuen Impfausweis aus. Bitte bedenken Sie, dass manche Impfungen vor Reiseantritt allenfalls 2x, d.h. in einem Abstand von 4 Wochen verabreicht werden müssen. Melden Sie sich also sicherheitshalber spätestens 5 Wochen vor Reiseantritt, besser 8 Wochen vorher.

 

Bitte beachten Sie, dass Gelbfieberimpfungen nur von speziell von der WHO akkreditierten Ärzten verabreicht werden: unter folgendem externen Link erhalten Sie eine Aufstellung: Liste Gelbfieberstellen OSIR

 

Impfungen

Besprechen Sie bitte Ihren Impfschutz mit dem Hausarzt und nehmen Sie Ihren Impfausweis mit in die Praxis. Lassen Sie allenfalls dort einen neuen Impfausweis aussstellen, falls Sie keinen mehr haben. Wir scannen Ihren alten Impfausweis, so dass keine Daten mehr verloren gehen können. Auch sind alle von uns durchgeführten Impfungen in Ihrem Dossier elektronisch gespeichert.

 

Externer Link zur offiziellen Impfseite des BAG mit weiteren Informationen. Hier klicken.

Impfungen - intensive Trainingseinheit für unser Immunsystem

Allgemeines zu Impfungen:

 

Mechanismus einer Impfung: Bei einer Infektion wird der Körper mit einem Krankheitserreger konfrontiert: das Immunsystem reagiert sofort auf den "Eindringling" und bildet "Antikörper", um ihn zu zerstören. Dies benötigt eine gewisse Zeit. Bis genügend Antikörper zur Verfügung stehen, können die "Eindringlinge" bereits Strukuren in unserem Körper erreicht haben, die schwer zu verteidigen sind (z.B. des Nervensystems), oder sind so schnell in ihrer Zerstörung, dass das Immunsystem keine Chance hat.


Auf solche Infektionen kann man aber den Körper vorbereiten (quasi trainieren), indem man dem Immunsystem vorher eine Art Attrappe des Erregers zeigt (Impfung): so kann er Gedächtniszellen für das spezelle Abbild des Erregers anlegen: kommt der Erreger nun tatsächlich in unseren Körper, reagiert unser Immunsystem tausendfach schneller, und kann den Erreger abtöten, bevor das Nervensystem erreicht wird, oder die Zerstörung zu gross wird. In einem Impfstoff verwendet man hierfür in der Regel nur die Hüllen der Erreger, also ohne die gefährliche Information, die innerhalb der Viren oder Bakterien schlummert. Zusatzstoffe in den Impfseren könne aber auch allergische Reaktionen (Überreaktionen des Immunsystems) auslösen, die aber durch den Arzt gut kontrolliert werden können. Auch können verschiedene Impfungen (z.B. die Masernimpfung) die Krankheit selbst auslösen, die nicht nur die Hülle, sondern auch Teile im Inneren der Erreger für die Impfung benutzt werden (man spricht von "abgeschwächten Erregern"), da dies technisch bisher nicht anders gelöst werden konnte. Dass solche Impfungen die Krankheit selbst auslösen ist extrem selten, hat aber im Falle der Masernimpfung zu einer gewissen Skepsis bei wenigen Eltern geführt. Wägt man Nutzen und Risiko ab, so ist auch die Masernimpfung nicht nur unbedenklich, sondern unbedingt zu empfehlen.

Polio ist eine hochansteckende virale Erkrankung, die mit Lähmungen einhergeht. Die Lähmungen können im Laufe des Lebens weiter zunehmen. Eine Beteiligung der Atemmuskulatur kann zum Tode führen.

Impfungen werden seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Nicht behandelbare Krankheiten konnten durch Impfungen derart zurückgedrängt werden, dass die Krankheitsbilder selber und die oft schweren Folgeschäden (z.B. Lähmungen, Tod, schwere Cerebralschäden, lebenslange Behinderungen) aus unserer Wahrnehmung verschwunden sind. Viele dieser Erkrankungen kennen wir nur noch aus der Literatur. Ältere Menschen kennen noch viele dieser Krankheitsbilder, doch diese Zeitzeugen werden immer seltener. Da hilft ein Blick in Länder, in denen Impfungen nicht in diesem Umfang zur Verfügung stehen.

Ungeimpfte Personen in der Schweiz profitieren sicher von einer durchgeimpften Umgebung, die verhindert, dass der Erreger die ungeimpfte Person erreicht.

Weiterhin gegenwärtig sind die Folgen einer Maserninfektion: im KISPI liegen regelmässig auf der Intensivstation Kinder, deren Gehirn durch das Maservirus angegriffen wurde und eine Enzephalitis entwickelten. Die Schäden, die das Virus dort anrichtet sind erschreckend.

In der Kindheit werden zahlreiche Impfungen durchgeführt, von denen einige lebenslang schützen, andere nach meist 10 Jahren wiederholt (aufgefrischt) werden müssen. 

Grippevirus

Grippe (Influenza):

Ein oft unterschätztes Virus ist das Grippevirus. Die von ihm ausgelöset Grippe-Erkrankung ist für bestimmte Risikogruppen gefährlich und kann mitunter tödlich verlaufen. Die Krankheit darf nicht mit einem "grippalen Infekt" verwechselt werden, was weitläufig jedoch gemacht wird. Das Virus verändert sich permanent, weshalb jedes Jahr neu geimpft werden muss, will man sich vor der Grippe schützen. Die Risikogruppen, für die eine jährliche Impfung empfohlen wird sind: 

  • Personen ab 65 Jahren (insbesondere auch die „jüngeren Senioren“ zwischen 65 und 75)

  • Personen mit chronischen Erkrankungen

  • schwangere Frauen ab 4. Schwangerschaftsmonat und Frauen, die in den letzten 4 Wochen entbunden haben

  • Frühgeborene (geboren vor der 33. Woche oder mit einem Geburtsgewicht unter 1500g) ab dem Alter von 6 Monaten für die ersten zwei Winter nach der Geburt

  • BewohnerInnen von Alters- und Pflegeheimen und Personen, die regelmässig medizinische Betreuung benötigen

     

    Mehr Informationen finden Sie unter folgenden externen Link des BAG:

 

                                                 Grippeinfo

 

Empfohlener Impfschutz gegen Infektionskrankheiten für Menschen ab 16 Jahren:

(siehe auch offizielle Seite des BAG zu diesem Thema, hier klicken)

Masernencephalitis. Die weissen Bezirke sind vom Virus befallen. Behandlungsmöglichkeit: Keine. Man kann nur abwarten, was passiert

Masern: 

Zwei Impfungen im Laufe des Lebens durchgeführt: Impfschutz besteht dann lebenslänglich, keine weiteren Impfungen sind nötig. Eine Behandlung für eine Maserninfektion gibt es bis heute nicht. Unbedingt vor Reisen ins Ausland abklären, ob ein Impfschutz gegen Masern empfohlen wird (insbesondere bei Asien und Südamerikareisen). Berüchtigt ist die durch Masernviren ausgelöste Enzephalitis, die schwere unheilbare Cerebralschäden verursacht, wenn sie nicht gar tödlich verläuft. Ungeimpfte Kinder sind besonders gefährdet. Die Impfung wird mit einem abgeschwächten, also noch lebendem Virus durchgeführt, was in seltenen Fällen auch Masern auslösen kann. Das Risiko an einer durch die Impfung ausgelösten Maserninfektion zu erkranken ist aber ungleich geringer, als das Enzephalitisrisiko für ungeimpfte Kinder. Sollte nur eine Masernimpfung im Impfausweis eingetragen sein, so klären Sie bitte beim Hausarzt, ob Impfschutz für Sie besteht. Dies lässt sich durch die Bestimmung des Antikörpertiters (Menge der Antikörper im Blut gegen das Masernvirus) im Blut klären

Tetanus (Wundstarrkrampf):

Impfung praktisch lebensnotwendig, da es keine Therapie zur Behandlung des Wundstarrkrampfes gibt, eine Infektion oft tödlich verläuft. Es ist eine Infektion mit dem Bakterium clostridium tetani (meist über Hautverletzungen), deren sehr resistente Sporen praktisch überall vorkommen (Strassenstaub, Gartenerde etc.). Die Impfungen wurden im Kindesalter in der Regel durchgeführt, eine Auffrischung ist frühestens alle 10 Jahre erforderlich, bei korrekter Grundimmunisierung alle 20 Jahre. Eine Auffrischung erfolgt oft im Spital oder beim Hausarzt, wenn Sie dort Wunden behandeln lassen. Erreger sind ubiquitär vorhanden, insbesondere im Bereich Landwirtschaft (Anmerkung: im ersten Weltkrieg starben die Verwundeten auf den Schlachtfeldern in erster Linie am Wundstarrkrampf. Diese gefürchtete tödliche Erkrankung konnte nur durch die Amputation des verletzten Körperteils verhindert werden, so sich der Erreger noch in der Wunde aufhielt und sich nicht im Körper schon verbreitet hatte.)

Kinden waren oft monatelang in der "Eisernen Lunge" eingesperrt, um zu überleben.

Poliomyelitis (Kinderlähmung):

Dank der Durchimpfung der Bevölkerung in den letzten 40 Jahren ist Poliomyelitis eine in Mitteleuropa selten auftretende Viruserkrankung. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg gab es zahlreiche Epidemien in Mitteleuropa, mit tödlichen Ausgang für die Betroffenen oder mit lebenslangen Lähmungen, die im Laufe des Lebens sich jederzeit wieder verschlimmern können. Die Erkrankung betrifft Kinder genauso wie Erwachsene: da sie aber insbesondere viele Kinder betraf, hatte sich der Name "Kinderlähmung" entwickelt. Eine Behandlung gibt es bis heute nicht. 

Der Keuchhusten wird ausgelöst durch das Bakterium Bordetella pertussis

Keuchhusten (Pertussis): Diese hochansteckender Infektionskrankheit und dauert mehrere Wochen. Nach einem Stadium catarrhale (vergleichbar einem erkältungsähnlichen Husten) folgt das Stadium convulsivum (anfallsartige schwere Hustenattacken, Atemstillstände bei Säuglingen) und zuletzt das Stadium decrementi (Hustenattacken nehmen an Zahl und Schwere ab). Eine Behandlung ist nur im Frühstadium möglich, danach ist der Verlauf offen und kaum beeinflussbar. Gerade für Säuglinge und Kleinkinder besteht Lebensgefahr. Eine Impfung im Kleinkindesalter wird daher in der regel durchgeführt.

Es bilden sich meist Beläge auf den Mandeln (sog. Pseudomembranen)

Diphtherie: akute ansteckende Infektionkrankheit, die ca 2-4 Tage nach Infektion ausbricht und durch das Corynebakterium diphtheriae ausgelöst wird. Das vom Bakterium abgesonderte Gift (ein Exotoxin) kann lebensbedrohliche Komplikationen und Spätschäden auslösen. Gefährdet sind dabei auch Herz, Leber und Niere. Gegen das Diphtherietoxin wird oft gemeinsam mit einer Tetanusimpfung geimpft (Kombinationsimpfstoff). Abgeschlagenheit, Schluckweh, Wegbleiben der Stimme, Infektion im Rachenraum und Nase (vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern). Herzmuskelentzündungen, Lähmungen der Hirnnerven, spätere Herzmuskelerkrankungen sind häufige Komplikationen und Todesursachen. Auffrischungen sind alle 10 Jahre nötig. Bei Reisen nach Asien ist diese Erkrankung sicher ein Thema.

In 80% Schwellung der Ohrspeicheldrüse, meist beidseitig!

Mumps (parotitis epidemica): typische virale Infektions-Kinderkrankheit, da sie lebenslange Immunität gegen das Virus hinterlässt. In 3-15% tritt allerdings als Komplikation eine Hirhautentzündung auf mit üblichen, bis hin zu schweren Folgeschäden. In 1 von 10000 Fällen kann eine ein- oder beidseitige Ertaubung (Befall am Innenohr) auftreten. Bei Buben und Männern ist zu 30% der Hoden befallen, der meist eine Unfruchtbarkeit hinterlässt. Ausserdem befällt das Virus Auge, Nieren, Herzmuskel, Schilddrüse. Geimpft wird mit einem abgeschwächten Erreger (ähnlich der Masernimpfung) in einer 3er Kombination gegen Masern, Mumps, Röteln gemeinsam, sog. MMR Impfung in der Kindheit. Es besteht nach kompletter Impfung in der Kindheit lebenslanger Schutz, Auffrischungen sind dann nicht mehr nötig (wie bei Masern und Röteln auch).

Weitere Impfungen (Texte noch in Bearbeitung):

 

Hepatitis A, Hepatitis B, Früh-Sommer-Meningoenzephalitis, Röteln

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